TV-Show nutzt Mentimeter, um schwierige Themen anzugehen

Anfang 2020 wurde eine Folge über die Auswirkungen von Online-Pornografie-Konsum bei Schulkindern ausgestrahlt. In dieser Folge nutzten der Moderator und eine Sexualtherapeutin Mentimeter, um Antworten von fünfzig Jugendlichen zu sammeln und echte, ehrliche Antworten über die Auswirkungen von Pornografie und ihre Wahrnehmung von Sexualität zu erhalten. Wir haben uns mit Álex Solá, Chefredakteur bei No Pot Ser, über den Entstehungsprozess der Sendung unterhalten.
Über sensible Themen zu sprechen kann selbst unter den besten Umständen schwierig sein, aber mit Jugendlichen über Sex zu sprechen, ist eine ganz eigene Herausforderung. Als „No Pot Ser“ eine Sendung entwickeln wollte, die die Auswirkungen von Online-Pornografie-Konsum bei Schulkindern untersucht, wussten sie, dass dies eine Herausforderung sein würde, wie Álex Solá erklärt: „Jugendliche sprechen natürlich sehr gern über Sex, aber sie sprechen nicht gern mit Erwachsenen darüber – das ist für Jugendliche der schlimmste Albtraum.“ Daher mussten die Produzentinnen und Produzenten der Sendung herausfinden, wie sie Erkenntnisse auf eine Weise sammeln konnten, die Jugendliche einbindet, ohne sie vor ihren Gleichaltrigen bloßzustellen. Die Produzentinnen und Produzenten entschieden sich für Mentimeter, um die Untersuchung zu erleichtern. „Es war für uns eine gewaltige Aufgabe, echte und ehrliche Antworten von Jugendlichen zu bekommen, ohne zu verraten, wer die Beitragenden waren“, so Álex, der über die Herausforderungen nachdenkt, eine solche Sendung zu produzieren.
Während der Folge nutzten der Moderator und eine Sexualtherapeutin Mentimeter, um fünfzig Schülerinnen und Schülern verschiedene Fragen zu Online-Pornografie zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler konnten ihre anonymen Antworten sofort auf dem Bildschirm vorne im Klassenzimmer sehen, was für einiges Kichern sorgte, vor allem aber echte, ehrliche Daten sammelte und Raum für Diskussionen eröffnete. Anschließend wurden die Daten mit einer Gruppe von Eltern geteilt, um deren Reaktion einzuholen, wie Álex erklärt: „Eltern neigen dazu zu denken, ihre Kinder seien Engel und würden nie Pornos schauen. Aber in Wahrheit stellen wir fest, dass von einer Gruppe von fünfzig fast 80 Prozent schon vor ihrem 10. Lebensjahr Pornos gesehen hatten. Das gibt einem eine ganz andere Perspektive auf das gesamte Gespräch – die Handlungen, die sie in Pornos sehen, nehmen sie als normal, als die Norm wahr.“ Durch den Einsatz von Mentimeter konnte die Sendung Fehlvorstellungen infrage stellen und die Auswirkungen von Technologie auf unsere Gesellschaft wirklich betrachten, indem schwierige Themen diskutiert wurden.
Durch den Einsatz von Mentimeter anstelle eines herkömmlichen Umfragetools konnten die Moderierenden einen Raum schaffen, in dem sich die Jugendlichen frei und ohne Urteil äußern konnten, während gleichzeitig interessante und wichtige Erkenntnisse gesammelt werden konnten. Álex resumiert: „Ich glaube, wir hätten diese Sendung ohne ein Tool wie Mentimeter nicht machen können.“

